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Graphic Recording in der Politik


Eine visuelle Live Dokumentation macht in Meetings und Konferenzen sehr viel Sinn. Egal, ob man "nur" die Ergebnisse ansprechend und merkfähig dokumentieren möchte, oder ob man die Bilder aktiv nutzt, um während oder nach einem Meeting daran weiterzuarbeiten.

 

Das Wissen um die Kraft der Bilder nutzt nicht nur die Wirtschaft. Auch in der Politik sind gute Graphic Recorder und Visual Facilitator immer mehr gefragt. 

Ende des letzten Jahres war ich zum Beispiel für ein digitales Graphic Recording gebucht bei der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung, die im Auftrag des Bundesministeriums (BMZ) tätig war. In Berlin durfte ich das Forum "Wirtschaft und Entwicklung" begleiten, in dem Expert:innen darüber diskutiert haben, wie die deutsche Wirtschaft zu nachhaltigem Wandel in Entwicklungs- und Schwellenländern beitragen kann. (Blogbeitrag von der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung)



Begrüßung und Impuls durch Dirk Meyer,

Abteilungsleiter Globale Gesundheit, Beschäftigung,

Transformation der Wirtschaft, Digitalisierung,

Ernährungssicherung, BMZ


Hier ein paar Ausschnitte meiner Arbeit mit dem entsprechenden Bezug der Speaker:

Ich finde es immer wieder unglaublich, dass ich einen winzig kleinen Teil dazu beitragen kann, wenn über so große Themen gesprochen wird, wie hier:

Dass ein Wandel unserer Wirtschaftssysteme unausweichlich ist, angesichts der globalen Krisen wie der Klimawandel, der Ukrainekrieg oder den Folgen der Corona-Pandemie.

(Manchmal würde ich mir allerdings auf dieser Ebene mehr Handeln und weniger Worte wünschen. Ein Wandel wäre wirklich dringend notwendig.)

So sprach beispielsweise Herr Dr. Meyer davon, dass der Wandel nur gelingen kann, wenn nicht nur die Entwicklungs- und Schwellenländer von dieser Transformation profitieren würden, sondern auch die Unternehmen. Und diese Vorteile müssen sichtbar gemacht werden. Irgendwie ja logisch. Denn keiner arbeitet für umsonst. Und wenn das auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, muss man es sichtbar machen. Am besten sogar mit Bildern, lieber Herr Dr. Meyer :-)

Grundsätzlich müssten dabei Synergieeffekte zwischen Entwicklungsländern und Unternehmen entstehen. Beide müssen voneinander lernen, um nachhaltige Innovationen entwickeln zu können. Der ganzheitliche Ansatz, der bei diesen Projekten entstehen soll, umfasst zum Beispiel gute Ökosysteme rund um Ausbildung, Zulieferung oder Transport.

 


Zum LinkedIn Eintrag der AWE


Im Vorfeld dieser Veranstaltung durfte ich außerdem noch ein paar Postkarten kreieren, die vor Ort ausgelegt wurden.

Diese 5 Motive umfassen die 5 übergeordneten Themen: Inklusion, Innovation, Klimaneutral, Nachhaltigkeit und Partnerschaften.



Zwei weitere Beispiele, wie Visualisierungen auch in der Politik gut genutzt werden:


Strategiebilder für politische Präsentationen

Eine andere Form der Präsentation hat der Bürgermeister von Merzenich, Georg Gelhausen gewählt. Für eine Ratssitzung habe ich einzelne Strategiebilder erstellt, mit dessen Hilfe er den Haushaltsplan bildhaft darstellen konnte. Einnahmen, Ausgaben, Verpflichtungen und zentrale Fragestellungen wurden anschaulich dargestellt. Komplizierte wurden einfach dargestellt.  


Live Graphic Recording mit Bürgerbeteiligung

Für die Bürgermeisterwahl in Ahrensburg (Schleswig Holstein) hat ein Bürgermeisterkandidat eine, wie ich finde, super Methode der Wahlwerbung gewählt. Wobei Wahlwerbung eigentlich der falsche Begriff ist. Es war eher Zuhören und die Wünsche der Bürger sichtbar machen. An 4 Samstagen war ich mit seinem Team auf dem Marktplatz, wo Gegenparteien Luftballons und Kugelschreiber verteilt haben. Thomas Schreitmüller hat die Form des Graphic Recordings gewählt, um alle Ideen der Bürger festzuhalten. Wäre er gewählt worden, hätten alle 4 Bilder Platz im Rathaus gefunden und hätten ihn und jeden Besucher daran erinnert, was den Ahrensburgern wirklich wichtig ist für ihr Ahrensburg.



Die Vorteile eines Graphic Recordings in der Politik:

Im Prinzip sind die Vorteile eines live entstandenen Bildes die gleichen wie in der Wirtschaft. Hier kommt noch hinzu, dass man die Bilder gut für die Öffentichkeitsarbeit nutzen kann. Es steht dann einfach Schwarz auf weiß, was diskutiert worden ist und was die Ergebnisse waren. Wie in der Wirtschaft kann auch das eine gute Ausgangslage für eine nachhaltige Weiterarbeit sein. Hier ein paar Vorteile eines Graphic Recordings auf einen Blick:

  • Transparenz der Themen
  • Ein objektiver Blick darauf
  • Sichtbarmachung vieler Perspektiven
  • Fokussierung auf die Kernaussagen
  • Nachhaltige Dokumentation der Ergebnisse
  • Eine gute Ausgangslage zum Weiterarbeiten
  • Eine Bürgerbeteiligung ist möglich
  • Schwierige Themen können einfach dargestellt werden

Und was ist meine Meinung in diesen politischen Diskussionen?

Natürlich ist es meine Aufgabe als Graphic Recorder neutral zu bleiben. Ich habe logischerweise auch ab und zu eine Meinung zu den Dingen. Aber möchte ich eine gute und professionelle Arbeit abliefern, hat diese auf den Bildern nichts zu suchen. 

In den letzten 16 Jahren, in denen ich als Graphic Recorderin unterwegs bin, gab es nur ein mal eine Situation, wo ich die Inhalte kaum aushalten konnte. Seit dem weiß ich, dass ich Aufträge ablehnen kann und sollte, dessen Inhalte komplett konträr zu meinen eigenen Werten stehen. 

Meistens jedoch staune ich einfach immer nur, wie viel Wissen und auch Weisheit in jedem System liegt. Und ich freue mich bei jedem Auftrag darüber, all das auf Papier (oder auf das iPad) zu bringen und damit einen Teil dazu beizutragen, dass dieses auch genutzt wird und/oder in die Welt geht. 


Und was kommt als nächstes?

Den Februar darf ich komplett in der Politik verbringen. Ich habe mehrere Aufträge für die GIZ. Die "Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit"  ist eine Organisation der Entwicklungszusammenarbeit, die im Auftrag verschiedener Ministerien der Bundesrepublik Deutschland international tätig ist. Von der GIZ werde ich immer mal wieder gebucht. Für unterschiedliche Länder und die unterschiedlichsten Aufgaben. In diesem Fall die GIZ Uganda und die GIZ Südsudan. 

 

Auch dort werden Team- und Management-Meetings abgehalten. Auch die brauchen immer wieder eine neue Zielausrichtung. Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, ändert sich auch die Zusammenarbeit. Wie kommuniziert wer mit wem? Wie wird mit dem Gender-Thema umgegangen? Wie kann man das Thema Nachhaltigkeit in das Bewusstsein bringen in einem Land, wo viele Menschen um das Überleben kämpfen? Welche finanziellen Mittel werden wofür ausgegeben? All diese Fragen werden (auch) in Uganda und dem Südsudan diskutiert werden.

Der nächste Blogbeitrag wird also direkt nach meiner Reise aus Afrika entstehen und wenn Sie möchten, nehme ich Sie dann mit in die Meetingwelt der Menschen aus Uganda und den Südsudanesen.


Hier gibt's jetzt aber erstmal ein paar Impressionen von meinem letzten Auftrag dort im letzten Jahr:


Bleiben Sie neugierig, Ihre 

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